Last Minute Marketing-Plan 2019

Nur noch wenige Arbeitstage trennen das alte Jahr vom Neuen. Noch hat Ihr(e) Chef(in) aber die Planung für 2019 nicht freigegeben. Die Zeit drängt, denn schließlich soll ab Januar die Marketing-Arbeit nahtlos und professionell weitergeführt werden. Nun endlich: Morgen können Sie Ihren Plan präsentieren… Aber vorbereitet haben Sie noch nichts. Ein Last Minute-Plan muss her!

Je besser die Präsentation, desto wahrscheinlicher die Freigabe

Eine gute Präsentation der Marketing-Vorhaben für 2019 positioniert Sie nicht nur als Fachexperte, sondern sorgt natürlich auch dafür, dass das Management Ihrer Strategie und Auswahl an Aktivitäten zustimmt und benötigte Mittel freigibt.

Stellen Sie einfach nur den Aktionsplan vor und erklären, wann sie welche Messe besuchen oder Anzeigen in bestimmten Magazinen schalten wollen, fehlt dem Entscheider der Kontext. Es ist unklar auf Basis welcher Grundlagen die Maßnahmen-Entscheidungen getroffen wurden. Es fällt schwer nachzuvollziehen, ob sich das Investment lohnen wird.

Versuchen Sie also den Kontext herzustellen und auch Hintergrundinformationen zu liefern, die verdeutlichen, wieso Sie sich für bestimmte Maßnahmen entschieden haben. Achten Sie aber auch darauf, den Zuhörer nicht mit zu vielen Details zu überfordern.

Folgende Punkte gehören in Ihre Präsentation:

1. Wichtige Ausgangspunkte

Fassen Sie kurz die wichtigsten Fakten und Interpretationen der Daten aus Ihrer Situationsanalyse zusammen.

  • Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?
  • Wie ist Ihre Position im Markt? Inwieweit hat sie sich verändert?
  • Welche entscheidenden Entwicklungen konnten Sie feststellen?
  • Auf welche Trends sollten Sie setzen?
  • Welche Chancen haben Sie identifiziert, die genutzt werden sollten?
  • Welche Risiken schlummern, auf die Sie vorbereitet sein sollten?
  • Welche Schwächen wurden erkannt und wo schlummert klares Optimierungspotenzial?
  • Was sind Ihre Stärken und wie können diese genutzt werden?

Die Situationsanalyse bildet die Grundlage für darauffolgende Strategie-Entscheidungen und erklärt letztlich die Maßnahmen. Deshalb sollte in der Präsentation nicht darauf verzichtet werden, die Ausgangslage zu thematisieren.

2. Ziele

Stellen Sie vor, was konkret bis wann erreicht werden soll. Versuchen Sie, nicht zu allgemeine Ziele zu formulieren, wie beispielsweise „Wir wollen mehr Umsatz machen“. Solche Ziele sind weder messbar noch konkret.

Einige Menschen haben regelrecht Angst davor, messbare Ziele zu setzen. Sie fürchten, diese nicht umsetzen zu können und das Versagen damit regelrecht zu dokumentieren. Aber messbare Ergebnisse bedeuten natürlich auch, dass Erfolge sichtbar werden und sie lassen eine Steuerung zu.

Bei Ihrer Zielformulierung sollten Sie folgendes berücksichtigen:

  • Worum geht es? Was soll ganz konkret erreicht werden?
  • Woran erkennt man, ob das Ziel erreicht wurde?
  • Sind die Ziele für das Unternehmen relevant und für Sie motivierend?
  • Können die Ziele realistischerweise mit den verfügbaren Mitteln erreicht werden?
  • Bis wann sollen die Ziele erreicht werden?

Lese-Tipp: Wie Sie Marketing-Ziele konkret definieren, erfahren Sie im Beitrag »Welche Ziele verfolgt Ihr Marketing?«

3. Zielgruppe

Auf welche Zielgruppen möchten Sie sich mit Ihren Aktionen vordergründig konzentrieren?
Nur wenn Sie Ihre potenziellen Kunden genau kennen, wissen Sie auch, wie Sie sie richtig ansprechen können. Nehmen Sie die Zielgruppe deshalb genau unter die Lupe und beschreiben die wichtigsten Merkmale und Entscheidungen im Rahmen Ihrer Präsentation:

  • Welche Segmente sind für das Marketing 2019 von Bedeutung und warum?
  • Welche Potenziale sind zu erwarten?
  • Was zeichnet diese Zielgruppen genau aus? Wie ticken Sie und welche Wünsche, Probleme, Erwartungen, und Gewohnheiten hat sie? Wo sind Berührungspunkte mit Ihren Produkten und Leistungen?
  • Welche Absatzmittler, Partner oder Beeinflusser spielen eine Rolle?

Die Analyse der Zielgruppe bereitet die Entscheidung zu Kanälen und Inhalten vor. Denn Sie sollten nicht irgendwelche Kanäle bespielen, sondern die, in denen Sie Ihre Zielgruppe auch antreffen. Und Sie sollten nicht irgendwelche Botschaften verbreiten, sondern Content, der Ihre Zielgruppe anspricht und adressiert.

4. Kanäle/ Aktionen/ Maßnahmen

Stellen Sie nun vor, für welche Medien Sie sich entschieden haben und präsentieren Ihren operativen Aktionsplan.
Geben Sie eventuell auch an, in welchem Verhältnis Sie Online-Aktivitäten, Printwerbung, Events, etc. durchführen wollen und kennzeichnen Veränderungen zum vorangegangenen Jahr.

5. Message

Beschrieben Sie auch kurz, welche Botschaften und Inhalte im Vordergrund stehen sollen.

  • Was soll präsentiert werden?
  • Was sind die Herausforderungen der Zielgruppe und wie können die eigenen Produkte und Leistungen diese Probleme lösen? Welche Produkte und Leistungen aus dem Portfolio sind besonders geeignet?
  • Welche Handlungen sollen ausgelöst werden?

6. Budget und Personal

Besonders interessiert den Chef sicher auch, wie viel investiert werden muss, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Geben Sie also einen Überblick über die benötigten Ressourcen.

  • Welche personellen Ressourcen haben wir und wie viele brauchen wir zur Erreichung unserer Ziele?
  • Welche finanziellen Ressourcen haben wir und wie viele brauchen wir zur Erreichung unserer Ziele?
  • Welche Tools, Soft- und Hardware oder Tool-Schnittstellen und Prozesse sind erforderlich?

Machen Sie auch unbedingt eine Gegenprobe, bevor Sie das benötigte Budget präsentieren. Können Sie mit dem investierten Marketing-Geld auch tatsächlich zusätzlichen Umsatz auf Basis der Marketingmaßnahmen generieren? Passen Ziele und Investition zusammen?

Denken Sie daran, in Ihrem Budget einen kleinen „Puffer“ einzuplanen, denn gekürzt wird immer. 🙂

Lese-Tipp: Woran Sie bei der Erstellung des Social Media Budgets denken sollten, erfahren Sie im Beitrag »Planung des Social Media Budgets – An was muss ich denken? (inkl. Template)«

Entscheidungen einfordern

Stellen Sie klar heraus, welche Freigaben oder Entscheidungen Sie nun benötigen, um weitermachen zu können.
Lassen Sie sich wichtige Entscheidungen auch schriftlich quittieren und dokumentieren Sie besprochene Punkte in Form einer Besprechungsnotiz.

Lese-Tipp: Ein Muster für eine Entscheidungsvorlage finden Sie im Beitrag »Den Chef perfekt überzeugen: Entscheidungsvorlagen (inkl. Template)«

 

Viel Erfolg bei Ihrer Präsentation! 🙂

 

sinnwert-marketing.de/kontakt


Über den Autor:

Rita LöschkeRita Löschke ist Expertin für strategisches Marketing und Geschäftsführerin der SinnWert Marketing GmbH.

Seit mehr als 16 Jahren ist Marketing ihr Broterwerb und ihre Leidenschaft. Sie trainiert, berät und unterstützt KMU-Marketer und Geschäftsführer in Marketingfragen. www.sinnwert-marketing.de


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