Frühjahrputz im Marketing – 7 Aufgaben, um Platz für Neues zu schaffen

Traditionell ist das Saubermachen am Jahresbeginn ein festes Ritual, denn systematisches Entrümpeln bietet die Basis für Neues. Das Frühjahr ist mit Aufbruch und Neustart verbunden und deshalb ein guter Zeitpunkt einmal gründlich durchzuputzen. 

Das „Großreinemachen“ tut nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Leben gut und Marketeers sollten sich am Jahresanfang die Zeit nehmen, einmal gründlich aufzuräumen.

1. Verträge und Zusammenarbeit mit Agenturen und Partnern

Einmal im Jahr lohnt der kritische Blick auf bestehende Verträge, die Neuverhandlung der Konditionen und ein Jahres-Kick-Off mit Partnern.

Der Jahresbeginn eignet sich hervorragend dafür. Nicht nur die Konditionen können in einem Jahresauftaktgespräch unter die Lupe genommen werden, sondern ebenso die generelle Zusammenarbeit, die Qualität der Leistungen oder die Erwartungen an das neue Jahr.

In der Überprüfung der Zusammenarbeit mit Partnern geht es um Fragestellungen wie:

  • Welche Vertragslaufzeiten existieren? Müssen Kündigungs- oder Verlängerungsfristen im Blick behalten werden?
  • Welche Leistungen sind derzeit im Vertrag enthalten? Welche wurden tatsächlich erbracht?
  • Werden alle Leistungen in dieser Form noch benötigt? Sollen weitere Leistungen ergänzt oder alte gestrichen werden?
  • Entspricht die Qualität der gelieferten Leistungen dem Angebot?
  • Wie sehen Zahlungsmodalitäten aus?
  • Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit generell? Was kann verbessert werden?
  • Welche Erwartungen haben beide Seiten an die Zusammenarbeit?

Nicht benötigte Leistungen und Verträge können in diesem Zusammenhang gekündigt und Preise und Leistungen konkretisiert und neu verhandelt werden.

Nicht vergessen: damit der Schreibtisch sauber bleibt, sollten neue Verträge umgehend an den dafür vorbestimmten Ort abgelegt und Vertragslaufzeiten als Terminerinnerung im Kalender oder Aufgabenspeicher eingetragen werden.

2. Marketing-Lager

Nicht alles im Marketing ist digital. Viele Marketing-Lager sind voll mit Flyern, Broschüren, Katalogen, Plakaten, Fahnen, Kugelschreibern, Give-Aways und sonstigen Marketing-Materialien. Schnelle Entnahmen und fehlende Zeit zum Aufräumen nach einem Event führen oft zum Durcheinander. Werden alte Dinge nicht entsorgt, entsteht ein völlig zugestopftes, unübersichtliches Lager.

Eine jährliche Inventur hilft, wieder Herr über das Marketing-Lager zu werden und …:

  • einen Überblick über die Bestände zu erhalten,
  • veraltetes Material zu identifizieren und zu entsorgen,
  • Ordnung zu schaffen, um später schnell auf benötigtes Material zugreifen zu können

Vielfach finden sich größere Mengen an veralteten Katalogen und Broschüren, die entsorgt werden können, um Platz für Neues zu schaffen und eine versehentliche Nutzung alter Materialien zu vermeiden.

Um ein erneutes Chaos zu vermieden, eignen sich Regalbeschriftungen, feste Lagerorte für bestimmte Materialien, „Ablaufdaten“, die direkt am Regal vermerkt werden und Lagerlisten.

3. Der eigene Arbeitsplatz

Nicht nur das Marketing-Lager: auch der eigene (virtuelle oder physische) Schreibtisch ist oft voller alter Dinge, die nicht mehr benötigt werden. Auch hier lohnt sich das Aufräumen, denn ein sauberer Schreibtisch fördert nicht nur die Effizienz, sondern sorgt auch dafür, dass man mit neuer Energie, Motivation, Spaß und einem freien Kopf in das neue Jahr starten kann.

4. Interne Prozesse

Interne Workflows und Abläufe müssen gepflegt und regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Möglicherweise funktionieren bestimmte Prozesse nicht richtig und es bilden sich mehr oder weniger sinnhafte „Workarounds“ und Wildwuchs. Oder Prozessvorgaben werden durch die Mitarbeiter nicht gelebt. Eventuell haben sich auch schon bessere Prozesse gebildet und alte Prozessbeschreibungen müssen überarbeitet werden.

Ein Prozess-Review kann helfen, Schwachstellen aufzuspüren und unnütze, unklare, alte oder ineffiziente Prozesse zu „entrümpeln“.

Folgende Fragen sollten u.a. im Rahmen des Prozess-Reviews erörtert werden:

  • Ist der Prozess aktuell und sinnvoll?
  • Passen Verantwortlichkeiten und Schnittstellen und sind diese aktuell?
  • Hat der Prozess Schwachstellen?
  • Lässt sich der Prozess verbessern?
  • Kann der Prozess durch Tools unterstützt werden?
  • Ist die Prozessdokumentation aktuell?
  • Haben alle Kenntnis vom Prozess?
  • Welche Prozesse müssen ergänzt werden, um die Arbeit zu verbessern
  • Welche Prozesse sind überflüssig und können abgeschafft werden?

5. Tools, Apps, Software

Im Marketing kommen eine Vielzahl an Tools und Apps zum Einsatz. Hin und wieder wird ein Tool zu Testzwecken installiert, für unbrauchbar befunden, jedoch nicht deinstalliert. Vielleicht ersetzen auch neue Tools mit einem integrierten Ansatz einige der bisherigen Lösungen. Das Löschen von inaktiven Accounts oder das Deinstallieren nicht benötigter Software sollte regelmäßig erfolgen.

Außerdem ist es hilfreich, hin und wieder die Sinnhaftigkeit bestehender Tools zu überprüfen und zu recherchieren, ob nicht bessere, günstigere oder intuitivere Tools existieren, die zum Einsatz kommen können.

6. Website-Content und Social Media Auftritte

Hand auf´s Herz: Wann haben Sie zuletzt die Inhalte auf der eigenen Website auf Aktualität und Relevanz überprüft? Oder nachgesehen, ob Adressangaben in LinkedIn noch stimmen, das Headerbilder in Twitter dem aktuellen Format entspricht oder die Öffnungszeiten in Facebook aktuell sind?

Wenn die Antwort hierauf „noch nie“, „keine Ahnung“ oder „das ist schon länger her“ lautet, dann besteht Handlungsbedarf und das Content-Audit gehört auf die Putzliste im Marketing.

Die Website sollte auf Herz und Nieren geprüft werden. Das beinhaltet u.a.: 

  1. Die Bestandsaufnahme aller Inhalte, die sich auf der eigenen Website befinden, ist der erste Schritt.
  2. Diese werden zunächst auf Aktualität, Qualität und Richtigkeit überprüft und ggf. Korrigiert.
  3. Auch Verlinkungen oder korrekte Darstellung von Bildern muss geprüft werden.
  4. Anschließend wird geprüft, welche Inhalte ggf. fehlen und ergänzt werden müssen.
  5. Die Kür bildet die Webanalyse und damit die Feststellung darüber, welche Inhalte am besten performen und zur Zielerreichung beitragen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Social Media Audit:

  • Brauchen wir tatsächlich alle aktuell bespielten Kanäle? Warum? Warum nicht? Wenn wir sie nicht benötigen – werden wir sie schließen?
  • Sollten wir weitere/neue Kanäle in Erwägung ziehen? Wenn ja, welche und warum?
  • Sind alle Unternehmensinformationen korrekt hinterlegt? Stimmen rechtlcihe Angaben, wie Impressum?
  • Sind Header- und Profilbilder ansprechend und im richtigen Format eingefügt
  • Werden regelmäßig Beiträge publiziert? Ist die letzte Veröffentlichung auch nicht zu lange her?
  • Sind alte Inhalte vorhanden, die ersetzt werden müssen (z.B. veraltete Video im YouTube-Channel)
  • Entspricht die Performance den Zielvorgaben?
  • Etc.

7. Marketing-Maßnahmen

„Das haben wir schon immer so gemacht“ ist das klassische Totschlagargument im Marketing. Nicht immer bedeutet das aber, dass die Maßnahmen, die „schon immer so gemacht wurden“ auch sinnvoll und gewinnbringend sind. Hin und wieder ist es gut, alte Zöpfe abzuschneiden und sich von unlukrativen, veralteten Formaten zu trennen.

Voraussetzung hierfür bildet eine Analyse der Wirksamkeit der Maßnahmen.

Fazit

Ausmisten befreit – auch im Berufsleben. Befreien Sie sich von überflüssigem Ballast und unwirksamen Maßnahmen, um sich damit Freiräume für Kreativität und Erfolg zu schaffen. Für Marketing Manager gehört das systematische Aufräumen zum Pflichtprogramm. Am besten am Jahresanfang.

 

Was gehört noch auf die „Entrümpel-Liste“? Sagen Sie´s per Kommentar!

 


Über den Autor:

Rita LöschkeRita Löschke ist Expertin für strategisches Marketing und Geschäftsführerin der SinnWert Marketing GmbH.

Seit mehr als 17 Jahren ist Marketing ihr Broterwerb und ihre Leidenschaft. Sie trainiert, berät und unterstützt KMU-Marketer und Geschäftsführer in Marketingfragen. www.sinnwert-marketing.de


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